Pressemitteilung des Seniorenzentrums NORA vom 17.3.2011

Ehepaar Labude feiert Gnadenhochzeit im Seniorenzentrum NORA

Immer Sehnsucht nach dem anderen gehabt

Lauenau. Beim Tanzen auf dem Schützenfest im schlesischen Jänschdorf, Bezirk Breslau, lernen sie sich 1930 kennen. Elf Jahre später heiratet Karl Labude dort am 15. März 1941 seine Hildegard. Am Dienstag dieser Woche feierten beide im Seniorenzentrum NORA in Lauenau ihren 70. Hochzeitstag – Gnadenhochzeit, sagt der Volksmund dazu. Beide verbringen ihren Lebensabend im NORA. „Sie hat ihn hier im vergangenen Jahr besucht und dann entschieden, auch zu uns zu kommen“, berichtet Pflege- und Altenheim-Betreiber Raid El-Salmi. „Wir haben dazu beigetragen, dass das Paar zu seinem 70. Hochzeitstag wieder vereint ist“, sagt er. Dass beide dieses seltene Ehe-Jubiläum begehen können, führt er auch auf die gute Pflege im Seniorenzentrum zurück.

„Der Krieg und die Vertreibung haben uns zusammengeschweißt. Da war immer Sehnsucht“, erklärt Hildegard Labude (91) das Geheimnis ihrer langen Ehe. Nach dem Krieg verschlägt es sie nach Rodenberg. Schnell lässt sie ihren Mann über die Caritas suchen. Karl Labude ist in russische Gefangenschaft geraten. Drei Jahre verbringt er in einem Lager in Sibirien an der Grenze zur Mongolei. Die beiden haben Glück - die Caritas macht ihn ausfindig. „Ich bin dann hinter ihr her gestiefelt“, sagt Karl Labude. Als er 1948 in die Lange Straße in Rodenberg einbiegt, bekommt das der siebenjährige Nachbarjunge mit: „Ich habe gesehen, wie er aus der Kriegsgefangenschaft zurückkam“, berichtet Günter Altenburg.

Der heutige Bürgermeister von Rodenberg übergibt dem rüstigen Ehepaar zu seinem Ehrentag am 15. März ein ganzes Bündel Glückwünsche und Urkunden: von Ministerpräsident David McAllister, Schaumburgs neuem Landrat Jörg Farr sowie von Rat und Gemeinde in Rodenberg. Auch einen Blumenstrauß und einen Präsentkorb hat er dabei. „Karl, der ist für dich“, sagt er und drückt dem Jubilar den Korb in die Hand. „Aber teile ihn mit deiner Frau“, hebt Altenburg den Zeigefinger in Richtung des 96-jährigen. Die beiden kennen sich gut, haben viele Jahre erfolgreich zusammen gearbeitet.

„Ich war Maurer und er Zimmermann“, berichtet Günter Altenburg. Beide waren beim Hoch- und Tiefbauunternehmen Köneke in Rodenberg beschäftigt. An der Schule in Apelern und der Sparkasse in Rodenberg erprobten sie gemeinsam ihre Handwerkskünste. Das größte Bauvorhaben, an das sich Karl Labude erinnert, war der Hit-Markt in Barsinghausen.

Eine Friesentorte, garniert mit einer großen 70 aus Schokolade, thront vor ihm und seiner Frau auf dem Tisch, liebevoll zubereitet von einer ehemaligen Nachbarin, Gabriele Reimann aus Rodenberg. Auch die Donauwelle stammt von ihr. Belegtes Baguette erfreut alle, die Herzhaftes vorziehen. Kaffee wird eingegossen. Die kleine Gratulationsschar im NORA, darunter auch Sohn Dietmar und Schwiegertochter Ursula Labude, lässt es sich schmecken.

„Man muss ja fast 100 Jahre alt werden, um das gemeinsam zu erleben. Das ist erst meine zweite Gnadenhochzeit in 20 Jahren“, sagt Pastor Ralf Janßen von der St. Jacobi Gemeinde in Rodenberg. Er hält eine schöne Rede auf das Paar. Gemeinsam singen alle anschließend „Bis hierher hat mich Gott gebracht“, „Lobe den Herren“ und „Nun danket alle Gott“.

In die Schar der Gratulanten haben sich auch Nora-Geschäftsführer Raid El-Salmi und Pflegedienstleiterin Tatjana Feifer eingereiht. Sie überreichen einen Blumenstrauß und wünschen dem Ehepaar noch viele glückliche Jahre.

Hintergrund zum Seniorenzentrum NORA: Die Einrichtung ging am 1. Juli 2002 mit 47 Heimplätzen an den Start und entwickelte sich schnell zu einem Erfolgsmodell. Nach mehreren Erweiterungen konnte Ende 2009 ein Anbau mit zusätzlichen 64 Heimplätzen abgeschlossen werden. Heimleiter Raid El-Salmi ist selbst examinierter Altenpfleger. Zusammen mit seinen Pflegekräften betreut er Demenzerkrankte und Patienten unterschiedlicher Pflegestufen. Jeder Bewohner verfügt über ein mindestens 16 Quadratmeter großes Einzelzimmer – ungewöhnlich für die Branche. Ebenfalls bemerkenswert ist das Buffetsystem im NORA, bei dem jeder Bewohner seine Speisen zu den Mahlzeiten frei wählen kann. NORA steht in der arabischen Sprache für Sonnenlicht. Das Seniorenzentrum wirbt für sich mit dem Satz „Sonne im Alter“.

Raid El-Salmi stammt aus Katar, bekannt für seine Gastfreundlichkeit und seinen Respekt vor älteren Menschen. Der heute perfekt Deutsch sprechende 40-jährige kam 1989 aus dem arabischen Emirat nach Deutschland und studierte zunächst Maschinenbau.

In den Semesterferien arbeitete er als Aushilfe in Altenheimen – und entdeckte dabei seine wahre Berufung: den Umgang und die Betreuung von älteren Menschen. Die Altenpfleger-Ausbildung schloss El-Salmi 1999 mit einem Notendurchschnitt von 1,2 als einer der Besten in Niedersachsen ab. Ein Grund mehr, warum seine Bewohner bei ihm in guten Händen sind. Mehr Informationen über das etwas andere Heim unter www.seniorenzentrum-nora.de

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