Im Seniorenzentrum NORA feiert Ehepaar
70. Hochzeitstag
Das Ehepaar Labude nimmt Glückwünsche entgegen
Lauenau.Beim Tanzen auf dem Schützenfest im schlesischen Jänschdorf, Bezirk Breslau, lernen sie sich 1930 kennen. Elf Jahre später heiratet Karl Labude dort am 15. März 1941 seine Hildegard. Am Dienstag dieser Woche feierten beide im Seniorenzentrum NORA in Lauenau ihren 70. Hochzeitstag – Gnadenhochzeit, sagt der Vomund dazu. Beide verbringen ihren Lebensabend im NORA. „Sie hat ihn hier im vergangenen Jahr besucht und dann entschieden, auch zu uns zu kommen“, berichtet Pflege- und Altenheim-Betreiber Raid El-Salmi. „Wir haben dazu beigetragen, dass das Ehepaar zu seinem 70. Hochzeitstag wieder vereint ist“, sagt er. Dass beide dieses seltene Hochzeitsjubiläum feiern können, führt er auch auf die gute Pflege im Seniorenzentrum zurück.
„Der Krieg und die Vertreibung haben uns zusammengeschweißt. Da war immer Sehnsucht“, erklärt Hildegard Labude (91) das Geheimnis ihrer langen Ehe. Nach dem Krieg verschlägt es sie nach Rodenberg. Schnell lässt sie ihren Mann über die Caritas suchen. Karl Labude ist in russische Gefangenschaft geraten. Drei Jahre verbringt er in einem Lager in Sibirien an der Grenze zur Mongolei.
Die beiden haben Glück - die Caritas macht ihn ausfindig. „Ich bin dann hinter ihr her gestiefelt“, sagt Karl Labude.
Der Bürgermeister von Rodenberg übergibt dem rüstigen Ehepaar zu seinem Ehrentag am 15. März ein ganzes Bündel Glückwünsche und Urkunden: von Minister-präsident David McAllister, Schaumburgs neuem Landrat Jörg Farr sowie von Rat und Gemeinde in Rodenberg. Auch einen Blumenstrauß und einen Präsentkorb hat er dabei. „Karl, der ist für dich“, sagt er und drückt dem Jubilar den Korb in die Hand. „Aber teile ihn mit deiner Frau“, hebt Altenburg den Zeigefinger in Richtung des 96-jährigen. Die beiden kennen sich gut, haben viele Jahre erfolgreich zusammen gearbeitet.
„Ich war Maurer und er Zimmermann“, berichtet Günter Altenburg. Beide waren beim Hoch- und Tiefbauunternehmen Köneke in Rodenberg beschäftigt. An der Schule in Apelern und der Sparkasse in Rodenberg erprobten sie gemeinsam ihre Handwerkskünste. Das größte Bauvorhaben, an das sich Karl Labude erinnert, war der Hit-Markt in Barsinghausen.
Eine Friesentorte, garniert mit einer großen 70 aus Schokolade, thront vor ihm und seiner Frau auf dem Tisch, liebevoll zubereitet von einer ehemaligen Nachbarin, Gabriele Reimann aus Rodenberg. Auch die Donauwelle stammt von ihr. Belegtes Baguette erfreut alle, die Herzhaftes vorziehen. Kaffee wird eingegossen. Die kleine Gratulationsschar im NORA, darunter auch Sohn Dietmar und Schwiegertochter Ursula Labude, lässt es sich schmecken.